Die Stiftung Talkirche

Mit einem Fundraisingpreis ist die Evangelische Talkirchengemeinde Eppstein für die Gründung der Talkirchenstiftung ausgezeichnet worden.
„Die Stiftung kann sehr langfristig für die Gemeinde Gutes tun“ erklärte Heike Schuffenhauer am 19.9.2009 im Rahmen einer Veranstaltung auf der Wiesbadener Ideenmesse. Man müsse jetzt finanziell
aktiv werden, wo es uns noch einigermaßen gut geht. Als entscheidenden Schritt bezeichnete Schuffenhauer die Einbeziehung einer Fundraisingmanagerin zur systematischen Beratung. „Das war dann ein
richtiger Turbostart“ erklärte die engagierte Pfarrerin.
Um ihre wachsenden Aufgaben bewältigen zu können, wollten die Evangelischen in Eppstein zunächst ein Kirchgeld einführen, so etwas wie eine Gemeindekirchensteuer, am Ende der Überlegungen stand eine
Stiftung. Zunächst habe der Kirchenvorstand über zwei Jahre viel Zeit damit verbraucht, Formfragen zu besprechen und über die Satzung zu beraten. Mit der professionellen Beratung sei dann sehr
schnell ein Stiftungsrat zusammen gekommen. In einer Mailingaktion hat die junge Stiftung alle Gemeindeglieder angeschrieben, es wurde ein Flyer erstellt und eine Internetseite programmiert.
Die Errichtung der Talkirchenstiftung war für die Fundraisingmanagerin Anne-Catrien Pues das erste Projekt, das sie für die evangelischen Dekanate Kronberg und Hochtaunus entwickelt hat. Sie arbeitet
für die EKHN in einem Pilotprojekt, das erste Schritte professioneller Fundraisingarbeit für Kirchengemeinden erproben soll. Dazu gehört auch die Frage, wie diese Aktivitäten von Geldsammlungen bis
Stiftungen finanziert werden können. „Gerade im kirchlichen Bereich zeigt sich, dass Fundraising weitaus mehr Facetten aufweist, als einzig das Sammeln von Spenden, sagt Anne-Catrien Pues. Der
englische Begriff Fundraising bedeute zunächst nur Mitteleinwerbung für gemeinnützige Organisationen. Im Bild könnte man es so sagen: Fundraising ist Ackerbau und Viehzucht und nicht sammeln
und jagen.
Zu den Aufgaben der neuen Stiftung gehört ein Bauprojekt für barrierefreies Wohnen, das Domizil Talkirche. Als möglichen Baubeginn nannte Heike Schuffenhauer das Frühjahr 2010. Weitere Aufgabenfelder
liegen in der Kirchenmusik und in Projekten, die Familien zu stärken. Gestartet ist die Stiftung Talkirche Eppstein mit einer Gründungsstiftung der Kirchengemeinde von 25.000 Euro. Das Ziel, das
Gründungsvermögen zu verdoppeln, hatte die Stiftung innerhalb von zwei Monaten durch weitere Beiträge großzügiger Stifter bereits zur Eröffnung mit 69.000 Euro deutlich überschritten.
In vielen Fragen habe sie offene Türen eingerannt, erklärte die engagierte Pfarrerin, aber sie habe viel Überzeugungsarbeit dafür einsetzen müssen, dass man Geld in die Hand nehmen müsse, wenn man
Geld gewinnen wolle. Und zu den eifrigsten Zustiftern hätten solche Menschen gehört, die eher am Rande der Gemeinde stehen oder ihr gar nicht angehören. Die Aufgaben der Stiftung zeigt die
Internetseite www.stiftung-talkirche.de
